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CSU-Mittelständler zu Besuch bei Köstner in NeustadtDr. Ingo Friedrich: „Fehlentwicklungen beseitigen“

10. Okt.
2 Min. Lesezeit

Neustadt a.d. Aisch (pmw). Deutschland sei nach wie vor „für viele ein Traumland“, aber das bekomme man nicht geschenkt. Die zweifellos vorhandenen Herausforderungen müssten auch als Chancen betrachtet werden, dazu brauche es aber zum Beispiel mehr Flexibilität auf dem Arbeitsmarkt und Reformen, die nicht andauernd blockiert werden sollten, so Dr. Ingo Friedrich beim Unternehmertag der Mittelstands-Union der CSU (MU) im Landkreis Neustadt a.d. Aisch – Bad Windsheim.

Der Gastredner ist Präsident des Europäischen Wirtschaftssenats und ehemaliger Vizepräsident des Europäischen Parlaments. „Durch seinen Einsatz hat er maßgeblich dazu beigetragen, dem Mittelstand auf europäischer Ebene eine unüberhörbare Stimme zu verleihen“, meinte MU-Kreisvorsitzender Mario Leibold. Seine jahrzehntelange Erfahrung und seine vielfältigen Kontakte und Aktivitäten kämen noch heute dem Mittelstand zugute.


„Enkeltaugliches“ Unternehmen

Unter der Überschrift „Wir halten Unternehmen am Laufen“ stellte der geschäftsführende Gesellschafter Dr. Norbert Teltschik das Leitbild der Köstner AG vor. Zur Unternehmenskultur gehörten die Wertschätzung der Kundschaft und der mehr als 500 Mitarbeiter in sechs Tochtergesellschaften an neun Standorten. „Und wir denken nicht in Quartalen, sondern in Generationen und sind somit enkeltauglich“, inzwischen sei bereits die 4. Generation am Start. Mit Mut und Engagement wolle das Unternehmen auch künftig zur positiven Entwicklung der Heimatregion beitragen.


Ingo Friedrich: „Zu mehr Selbstverantwortung ertüchtigen“

Nach Ansicht des Gastredners aus Gunzenhausen werde derzeit zu viel über das Verteilen diskutiert und zu wenig über die Herausforderungen für die Wirtschaft. „70 Jahre Wohlstand haben Spuren hinterlassen“, jetzt müssten Fehlentwicklungen der letzten Jahrzehnte beseitigt werden. Aber die Wirtschaft leide nicht nur unter hausgemachten politischen Fehlern, wie zum Beispiel dem zu frühen Ausstieg aus der Kernenergie und dem Verbrennermotor. Kriege und USA-Zölle belasteten die Weltwirtschaft ebenso, wie völlig überzogene Staatssubventionen seitens China. Für Friedrich sind punktuelle Zölle für von dort importierte Billigprodukte ein denkbares Gegenmittel. „Europa mit seinen 450 Millionen Verbrauchern ist der größte Binnenmarkt der Welt“ und müsse sich gegebenenfalls auch wehren.

Friedrich: „Wir dürfen unser großartiges Land nicht schlechter reden, als es ist“. Notwendig sei jetzt aber wieder mehr Motivation zu Leistung und Power statt Forderungen nach immer mehr Staat. „Wir müssen zu mehr Selbstverantwortung ertüchtigen“ und es müsse aufhören, das Unternehmertum madig zu machen. Interessierte Kreise würden offensichtlich bewusst verkennen, dass nur durch den Einsatz mutiger Selbständiger der Staat lebensfähig und das Soziale aufrechterhalten werden könne.


„Mehr machen lassen“

Bei der lebhaften Diskussion wurden die zunehmenden Belastungen des Mittelstandes deutlich. So sei eine Reduzierung der Berichtspflichten für Unternehmen angekündigt, „tatsächlich wird es aber immer schlimmer“, kritisierten Teilnehmer der Tagung. Man sei „richtig wütend“, wenn man an die täglichen personal- und kostenintensiven Vorgaben, Aufschreibungen und Meldungen denkt. Nicht an allem sei Europa schuld, vielmehr würden oft der Bund und deutsche Behörden immer noch „draufsatteln“ und verkomplizieren, und so manche Nicht-Regierungsorganisationen würden mit Ansprüchen und Einreden zusätzliche Hindernisse schaffen. Die Kombination vieler Ursachen inklusive der viel zu hohen Energiekosten mache so manchem Mittelständler das Leben schwer. „Mehr machen lassen“ war der Tenor.

Für MU-Kreisvorsitzenden Mario Leibold ist deshalb der direkte Gedankenaustausch wichtig, weil „politische Entscheidungen mit der konkreten Arbeit vor Ort in Einklang gebracht werden müssen“. Dr. Ingo Friedrich: „Orientieren wir uns daran, was Deutschland stark gemacht hat: Freiheit, Leistungsfreude und Mut“.

Unser Foto (pmw) zeigt von links: MU-Kreisvorsitzenden Mario Leibold, Dr. Ingo Friedrich, Dr. Norbert Teltschik und die Führungskräfte Gero Gembruch und Gerd Brummer.
Unser Foto (pmw) zeigt von links: MU-Kreisvorsitzenden Mario Leibold, Dr. Ingo Friedrich, Dr. Norbert Teltschik und die Führungskräfte Gero Gembruch und Gerd Brummer.

 
 
 

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