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Sehnsucht nach Normalität in Bosnien-Herzegowina Christian Schmidt: „Hilfe zur Selbsthilfe“

Obernzenn. Das Motto „Sehnsucht nach Frieden und europäische Normalität“ war in dem Vortrag von Christian Schmidt stets präsent und spiegele die Meinung der Mehrheit der Bevölkerung in Bosnien-Herzegowina wider. „Viele haben Angst, sind verunsichert und wünschen sich nichts mehr als ein normales Leben“, so Schmidt, der etliche Jahre Bundesminister war und im August 2021 von der internationalen Gemeinschaft zum Hohen Repräsentanten für Bosnien und Herzegowina bestellt wurde. In dem Teil des ehemaligen Jugoslawien seien noch viele Kriegswunden vorhanden und es gebe viele ethnische Konflikte mit drei Volksgruppen.

Für den früheren Wahlkreisabgeordneter im Deutschen Bundestag und gebürtigen Obernzenner war es ein „Heimspiel“, der „Rote Hahn“ in Urphertshofen war proppenvoll. Zu der Kooperationsveranstaltung hatte der Heimat- und Verkehrsvereins Obernzenn, der CSU-Ortsverband Obernzenn und der Kreisverband des Arbeitskreises Außen- und Sicherheitspolitik der CSU eingeladen. Mit dabei waren unter anderem der Bundestagsabgeordnete Tobias Winkler und die Bürgermeister Claudia Wust (Neuhof a.d. Zenn) und Reiner Hufnagel (Obernzenn).


Mühsamer Weg zur EU-Mitgliedschaft

Zu seinen Aufgaben zähle unter anderem die Bekämpfung des Amtsmissbrauchs und die Hilfestellung zur Herstellung der Rechtsstaatlichkeit. „Das ist ausgesprochen schwierig“, meinte Schmidt, der als Experte für Sicherheits- und Außenpolitik gilt. Drei Präsidenten würden sich gegenseitig blockieren, aktuell gäbe es sogar die Gefahr einer neuen Abspaltung. Ein Geldwäschegesetz sei bereits durchgesetzt, „es fängt an zu wirken“. Insgesamt sei eine Tendenz zur Besserung vorhanden. Ihm gehe es um „Hilfe zur Selbsthilfe“, die dortigen Akteure müssten schon auch selbst in die Gänge kommen „und nicht auf jemanden warten, der das schon regelt“.

Angesichts der Herausforderung, dass vor allem junge Menschen das Land verlassen, brauche es schnellstmöglich Veränderungen, „solange noch junge Menschen im Land sind“. Es gäbe zwar Unterstützung seitens der Europäischen Union, der Weg dorthin sei für das Land allerdings nicht zuletzt im Hinblick auf die vorherrschende Situation äußerst mühsam, auch wenn Bosnien und Herzegowina unter anderem bereits Mitglied des Mitteleuropäischen Freihandelsabkommens und der Vereinten Nationen ist. „Da muss sich noch viel ändern und da muss man stufenweise herangehen“. 

Bei einem kurzen geschichtlichen Rückblick meinte der Hohe Repräsentant: „Kaum jemand weiß, dass der südosteuropäische Bundesstaat auch einst Teil des Reiches Österreich-Ungarn war und die Währung dort seit Anfang der 1990er Jahre die D-Mark (nunmehr Bosnische Konvertible Mark) ist“. Und viele hätten auch nicht auf dem Schirm, dass es ich um ein „insgesamt auch touristisch tolles Land handelt, wo Deutschland hohes Ansehen genießt“.


MdB Tobias Winkler: „Mehr Freiheit und Frieden“

Schmidts Nachfolger als Wahlkreisabgeordneter im Deutschen Bundestag, Tobias Winkler: „Die Aufgaben von Christian Schmidt sind enorm und viele wissen nicht, welch bedeutende Stellung mit weitreichenden Befugnissen er hat“. Ähnlich wie die Veranstalter, Markus Heindel, Johannes Weiß und Fritz Wittmann, äußerte auch Winkler die Hoffnung, dass Schmidts wichtige Arbeit hin zu einer Werte- und Wirtschaftsgemeinschaft bald Früchte trage. „Auch in dieser Region geht es um mehr Freiheit und Frieden“.

 (Text: Peter Müller)

Bild: Peter Müller | v.l.n.r.: ASP-Kreisvorsitzender Fritz Wittmann, Gabi Schöttle, Kreisvorsitzende der Frauen-Union, Markus Heindel, Vorsitzender des Heimat- und Verkehrsvereins Obernzenn, der Hohe Repräsentant Christian Schmidt, CSU-Ortsvorsitzender Johannes Weiß, Erste Bürgermeisterin Claudia Wust und MdB Tobias Winkler.
Bild: Peter Müller | v.l.n.r.: ASP-Kreisvorsitzender Fritz Wittmann, Gabi Schöttle, Kreisvorsitzende der Frauen-Union, Markus Heindel, Vorsitzender des Heimat- und Verkehrsvereins Obernzenn, der Hohe Repräsentant Christian Schmidt, CSU-Ortsvorsitzender Johannes Weiß, Erste Bürgermeisterin Claudia Wust und MdB Tobias Winkler.

 
 
 

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